Endless Painting

Endless Painting Diese Wandarbeit besteht aus Monitoren (Anzahl variabel) die in einer horizontalen Linie an einer Wand angebracht sind. Die Monitore zeigen sich selbst generierende Bilder, welche durch zugehörige Rechner erzeugt werden. Bei den bewegten Bildern handelt es sich um abstrakte farbige Kombinationen, Bildelemente ähnlich denen, die wir aus Walter Euls analogen Öl- und Acryl-Gemälden kennen. Die digitalen Gemälde werden in dieser Installation durch vom Künstler programmierte Bildsynthesizer-Einheiten in endlosen Schlaufen erzeugt. Sie entwickeln sich in Echtzeit und entfalten ihre Schönheit in zufälligen Kombinationen vor dem Auge des Betrachters - eines Betrachters, der Ihrem Werden und Vergehen als Zeuge eines technisch-autopoetischen Geschehens beiwohnt.

Die Dramaturgie der wachsenden Bilder folgt einem eingeschränkten Zufall, den der Künstler technisch vorgegeben hat. Von ihm bevorzugte Bildelemente werden wie farblich-formale Klangfolgen programmiertechnisch gestärkt, so dass sie schlicht öfter vorkommen als andere Elemente. Wie in einem Musikstück sind die bildlichen Schwerpunkte der visuell-zeitlichen Komposition festgelegt. Deren endgültige Anmutung ist in ihrer Gänze jedoch trotzdem weder planbar noch vorhersehbar. Das Gesamtbild entwickelt sich fortlaufend über die Bildschirme ohne einer festgelegten Richtung oder Reihenfolge zu gehorchen. Pro Zeiteinheit - programmtechnisch gesprochen - erfolgt jeweils nur eine Veränderung, so dass der Gesamteindruck einem ruhigen, ja, beruhigendem, Bildfluss entspricht. Ein neues Bild überlagert das vorherige durch eine langsame, sanfte Übermalung. Entgegen der üblichen Bilderflut, die uns immer in Atem beraubender Geschwindigkeit und Härte fordert und mit ihrer permanenten Überforderung anstrengt, erleben wir hier genau gegenteilig: die Entspannung durch digitale Medien analog zur Natur. Die Idee der Natur wiederholt sich auch in der Anordnung der Bildschirme als Panorama, das in der Kunstgeschichte typischerweise der Natur- und Historiendarstellung vorbehalten ist und hier der leisen Inszenierung der Schönheit von Farbe und Form dient.

Durch die Größe der Installation ist es nicht möglich, das gesamte sich selbst erzeugende Bild auf einmal zu erfassen. Um zu erkennen, ist der Betrachter zur körperlichen Bewegung aufgefordert. Will er den Überblick gewinnen, muss er Abstand nehmen, will er einzelne Details erfassen muss er sich nähern. Sowohl die stille Sanftheit des Geschehens als auch seine Raum füllende, wenngleich unaufdringliche, Gegenwart fordern vom Besucher lediglich die Aufmerksamkeit die man beispielsweise einem Sonnenuntergang zukommen lassen würde: Wir blicken ihn an, wir unterhalten uns, er ändert sich, heute ist er so, morgen ist er anders und doch wird er immer sein - auch wenn wir ihn gar nicht sehen. Während die Betrachter dieser sanften Maschine des Walter Eul beim Malen zusehen, haben sie nichts zu tun als nichts tun. Welche Freiheit! Wie der Programmiercode selbst sich folgt, indem er seine Bilder generiert, sind die Betrachter zwanglos Zeugen der permanenten Veränderung eines Werkes das doch immer es selbst bleibt.

Text. Anja Wiese

Walter Eul - endless painting 2008

Installation Städtische Galerie Klagenfurt (AT) 2008. 3 Rechner, 12 TFT, Software.

Walter Eul - Detail endless painting 2008

Detailansicht 1 Screen

Walter Eul 2011 - Installation - Wandmalerei, Bildschirme, Programm

2011 Organic - Installation - Wandmalerei, Bildschirme, Programm "Organic".

Bildsynthesizer

Bildsynthesizer

Programm zur Erzeugung von Beziérkurven. Es Erzeugt endlos neue Zufallsformen.

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